St. Georg 1/2020: Spaß statt Frust – Gedanken zum neuen Jahr

Winterzeit – Hallenzeit. Da können 20 x 60 Meter schon mal zum Kriegsschauplatz werden, wenn nach Feierabend so ca. zehn bis zwölf gestresste Reiter noch ihre Pferde bewegen wollen. Und wenn es dann auch noch mit dem vierbeinigen Partner nicht so läuft, wie man es gerne hätte, dann liegt Dynamit in der Luft. An dieser Stelle ist es Zeit, Stopp zu sagen! Situationen wie diese kennt jeder Reiter. Aber wahrscheinlich hat auch jeder schon feststellen können, dass es rein gar nichts bringt, sich ein einer solchen Situation auf Streit mit dem Pferd einzulassen. Man mag es für das „Gesetz von Murphy“ halten, dass ausgerechnet an einem solchen Tag gar nichts klappt im Sattel. Tatsächlich ist es wohl weniger höhere Gewalt, die hier ihre Finger im Spiel hat, sondern vielmehr das sensible Gespür des Pferdes für die Stimmungen seines Reiters. Ist der gestresst, ist es auch das Pferd – keine guten Voraussetzungen für konstruktive Zusammenarbeit. Besser: An einem solchen Tag nur longieren (wenn möglich) oder nur leichttraben, auf jeden Fall aber ein bis drei Gänge zurückschalten. Denn: Viele Probleme beim Reiten sind das Ergebnis zu hoher Erwartungen und damit verbundener Überforderung, sowohl des Reiters als auch des Pferdes. Die meisten Pferde sind gutmütig und bemühen sich, den Wünschen ihres Reiters Folge zu leisten. Aber man verscherzt es sich früher oder später mit dem Vierbeiner, wenn man ihn überfordert und/oder ungerecht behandelt. Der Beginn eines Teufelskreises. Die Pferde werden, je nach Temperament, widersetzlich oder resignieren, der Reiter greift zu immer drastischeren Maßnahmen, reitet immer aggressiver. Irgendwann geht nichts mehr.

Was wir uns wünschen würden: Reiter, die sich selbst mehr hinterfragen, die kritischer in sich hineinhorchen und sich mehr Mühe geben, ihre Pferde zu verstehen. Es geht darum, sich kleine Ziele zu setzen, kleine Erfolge zu honorieren. Jedes Lob, jeder Schritt in die richtige Richtung trägt dazu bei, aus dem Teufelskreis auszubrechen, ja, ihn sogar in das Gegenteil zu verkehren. Lob motiviert, das Pferd strengt sich mehr an, um wieder gelobt zu werden. Um es mit Paul Stecken zu sehen: „Pferde gehen gerne richtig!“. Beide Seiten bekommen wieder Freude am gemeinsamen Tun. Voraussetzung: Selbstreflektion des Reiters, ein Konzept beim Training, realistische Ziele und Einfühlungsvermögen für die Situation des Pferdes. Das wäre doch mal ein schöner Vorsatz fürs neue Jahr! In diesem Sinne wünschen wir viel Freude im Stall und mit den Pferden!

 

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