St. Georg 5/2019: 10-Minuten-Rgel weg, Problem nicht

Grundsätzlich begrüßen wir es sehr, dass die Internationale Reiterliche Vereinigung dem legitimierten Quälen für zehn Minuten auf internationalen Arbeitsplätzen den Riegel vorgeschoben hat, indem die 10-Minuten-Regel abgeschafft wurde. Aggressives Reiten soll unterbunden werden, ebenso wie exzessives „Training“. All das ist gut und absolut richtig. Allerdings fragen wir uns, was der betreffende Absatz im Steward Manual den Verantwortlichen am Abreiteplatz sagen soll:

„Die kontinuierliche Abfolge von sich unterscheidenden Einheiten mit variierender Kopf-Halsposition ist wesentlicher Bestandteil der Gymnastizierung.“ (FEI Steward Manual)

Heißt das, die Reiter können den Pferdekopf auf die Brust nehmen, nach rechts und links riegeln und das läuft unter dem Stichwort „Gymnastizierung“? Wenn die FEI der Ansicht ist, das sei nur durch aggressives Reiten zu erreichen, das ja sofort unterbunden wird, irrt sie! Nicht alle der mithilfe der viel zitierten Rollkur drangsalierten Pferde wehren sich gegen diese Art des Reitens, Stichwort „Learned Helplessness“. Die Pferde resignieren irgendwann – was diese Form der Reiterei keineswegs tierfreundlicher macht!

Es ist nichts dagegen zu sagen, dass Pferde auch mal mit der Nase hinter der Senkrechten gehen oder bisweilen auch mal deutlicher abgestellt werden. Aber im Fokus müssen die Harmonie zwischen Reiter und Pferd liegen, der schwingende Rücken, die vertrauensvolle Anlehnung. Um das zu erkennen, braucht es nicht nur klare Vorgaben in den Steward Manuals. Es braucht vor allem Stewards mit einem Blick für Pferde und Kenntnissen über gutes und schlechtes Reiten, egal in welcher Disziplin. Und es braucht wie immer auch Richter, die harmonisches Reiten und reell ausgebildete Pferde mit guten Noten belohnen und Trickserei konsequent ahnden.

Liebe Xenophon-Mitglieder,
liebe Freunde von Xenophon,

auch wir sind erschüttert über das Kriegsgeschehen in der Ukraine.

Das Ausmaß der Zerstörung und das Leid hat uns tief getroffen. Wir sind in Gedanken bei allen betroffenen (Pferde-)Menschen – sei es in der Ukraine oder auf der Flucht.

Viele Hilfsaktionen sind bereits angelaufen und auch wir wollen unseren Beitrag leisten. Konkret wollen wir Menschen helfen, die hier bei uns untergekommen sind. Hierfür suchen wir (Ihre) Ideen, wie wir gemeinsam diesen Menschen helfen können, ihre Erlebnisse zu verarbeiten bzw. etwas erträglicher zu machen.

Sie haben eine Idee? Super, dann senden Sie uns diese gerne an info@xenophon-klassisch.org.

Ihr Xenophon-Team