Vielseitigkeitslehrgang mit Martin Plewa ein voller Erfolg!

Am Wochenende vom 18. bis 19. Juli 2015 lud Xenophon zu einem Vielseitigkeitslehrgang mit Martin Plewa auf die Anlage von Manuela und Niels Lippock nach Phöben ein. Der Lehrgang bestand aus fünf Einheiten, beginnend mit einem Springtraining am Samstag Morgen, Geländetraining am Nachmittag, eine Theorieeinheit am Abend, sowie Dressurunterricht am Sonntag Vormittag und noch ein weiteres Geländetraining am Nachmittag. Der Einladung folgten 19 ReiterInnen. Geritten wurde in 4er und 5er Gruppen, eingeteilt nach Leistungsstand.

Bei schönstem Wetter am Samstag morgen trafen die ersten Teilnehmer ein. Marlene Schulz und Norina v. Weiler, zwei der drei neuen Xenophon-Regionalvertreter Berlin-Brandenburgs, sowie Frank Elter, Reiterlehrer der Anlage, begrüßten die Teilnehmer, boten Getränke und Kuchen am Rand des Springplatzes an. So fanden sich dort immer wieder viele Reiter und Zuschauer ein, um den Unterricht der anderen zu verfolgen. Dass Martin Plewa ein Verfechter des korrekten, stets pferdefreundlichen Reitens ist, konnte man gleich bei der ersten Trainingseinheit erleben. Wert gelegt wurde auf eine sehr ruhige Handhaltung des Reiters, einen immer korrekten und ausbalancierten Sitz, korrektes Zügel aus der Hand kauen und vor allem auf ein locker schwingendes, zufrieden laufendes Pferd. Etwa nach einer halben Stunde war Herr Plewa soweit zufrieden, dass erste Sprünge gemacht werden konnten. Erst viele Kreuze, dann Kombinationen und Reihen, die Sprünge immer wieder vom Leichten zum Schwierigeren aufgebaut, sorgten für motivierte, mit gespitzten Ohren springende Pferde. Wichtig war Herrn Plewa vor allem der nicht störende Sitz des Reiters und das an den Hilfen stehende, aber mit vorgelassener Nase und im gleichmäßigen Tempo bergauf galoppierende Pferd. Es war schön zu sehen, wie auch zunächst hektisch oder stockend springende Pferde schnell zufrieden sprangen, wenn die Reiter die Korrekturen von Herrn Plewa umsetzen konnten. Wurde jemand ungeduldig mit dem Pferd, war ihm eine energische Zurechtweisung Herrn Plewas sicher. Strafender Gerteneinsatz beim Springen, grobe Hilfen oder gar Gewalt sind bei ihm verpönt, das Wohl des Pferdes steht stets an erster Stelle.

Nach einem Mittagessen im Restaurant „Boxenstopp“ ging es am Nachmittag auf dem Geländeplatz weiter. Der Vielseitigkeitsplatz der Anlage, unter großem Engagement von Frank Elter kontinuierlich weiter ausgebaut und für den Lehrgang frisch präpariert, bot abwechslungsreiche Trainingsmöglichkeiten. Zunächst wurden die Pferde am Hang aufgewärmt, korrektes Bergauf- und Bergabreiten gelehrt. Wie auch schon beim Springen am Morgen wurde wieder vom Leichten zum Schweren gearbeitet, erst ohne Sprünge, dann über kleine Stangen, schließlich Stufen und am Ende komplexere Kombinationen aus Billard und Bergauf- und Bergab-Stufen überwunden. So gleichmäßig wurde die Einheit aufgebaut, dass auch zunächst eher misstrauisch springenden Pferde am Ende mit großer Selbstverständlichkeit selbst schwierige Aufgaben meisterten.

In jeder Situation sollte die Körperhaltung des Reiters auf dem Pferd stets so sein, wie ein Fußgänger seinen Körper beim Treppensteigen gebraucht: Nach unten nur leicht vorwärts, nicht nach hinten und auch nicht auf die Vorhand fallend, beim Bergauf etwas mehr nach vorne, aber stets im Gleichgewicht. Überhaupt sollte der Sitz des Reiters stets so sein, dass er in der jeweiligen Haltung auch genauso auf der Erde stehen könnte. Nicht selten führe der mangelnd ausbalancierte Reitersitz zum verweigernden Pferd. Der Reiter sei für den passenden Weg, ein angemessenes Tempo, den Rhythmus und die korrekte Anlehnung zuständig, den Rest müsse das Pferd machen, müsse lernen, selber zum Sprung zu ziehen und eine geeignete Absprungsposition zu finden. Die einzige Aufgabe des Reiters sei in diesem Moment, das Pferd hierbei nicht zu stören. Wichtig sei, bei dem unerfahrenen Pferd das Tempo und die Anforderung nicht zu hoch zu wählen, damit das Pferd die Chance erhalte, gute Erfahrungen und einen angenehmen Sprung zu machen.

Diese Erklärungen wurde am Abend in der Theorieeinheit im Boxenstopp genauer erläutert, Fotos von verschiedenen Reitern gezeigt sowie die Korrekturen aus Spring- und Geländetraining an Hand von Bildern noch besser erklärt. Außerdem hielt Herr Plewa noch mal ein Plädoyer auf die klassische Reitweise, erklärte an Hand der Anatomie des Pferdes und seines Bewegungsablaufs, wie wichtig das Vorfußen der Hinterhand und ein langer Hals für die Rückentätigkeit sei.

Mit diesen Erkenntnissen wurden die Pferde am Samstag selbständig von den Reitern aufgewärmt und bekamen dann in 2er Gruppen Dressurunterricht erteilt. Wie schon am Vortag wurde auf sehr korrektes Reiten geachtet. Parieren durfte man nicht über die Zügelhilfen, sondern über Schenkel- und Gewichtshilfen, die Reiter sollten zum Loslassen kommen. Das gleichmäßige Gymnastizieren des Pferdes in taktmäßigen Grundgangarten an sicheren Hilfen stand im Vordergrund.
Es setzte starker Regen und Gewitter ein und mit etwas bangem Gefühl sah so mancher Reiter der Geländeeinheit am Nachmittag entgegen. Doch glücklicherweise schien pünktlich zur Mittagspause wieder die Sonne.

So ging es bei gutem Wetter am Nachmittag auf den Platz. Dieses Mal lag der Trainingsschwerpunkt auf Gräben. Nachdem die Pferde über ein paar Sprünge aufgewärmt worden waren, wurden zunächst aus dem ruhigen Trab, später aus dem Galopp, erst kleine, dann größere Gräben und schließlich kleinere Trakehner und Coffins erarbeitet. Ziel war wieder das selbstständig und mit Übersicht zum Sprung ziehende Pferd. Zum Schluss dieser Einheit ging Herr Plewa noch auf individuelle Trainingswünsche ein.

Ob zwischendurch oder auch nach der letzten Unterrichseinheit war von allen Seiten große Begeisterung zu spüren. Die Möglichkeit, von einer Trainerpersönlichkeit wie Martin Plewa lernen zu dürfen, von seinem genauen Auge und der pferdefreundlichen Ausbildung zu profitieren, hat große Freude bereitet. Der Lehrgang war alles in allem sehr harmonisch und weckt Sehnsucht nach mehr. Vielen Dank an Herrn Plewa, die Organisatoren und die Anlage in Phöben! Wir kommen sehr gerne wieder!

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