Nicht nur die Leistung im Viereck oder im Parcours zählt: Bei den Luxemburger Landesmeisterschaften im Spring- und Dressurreiten richtete sich der Blick in diesem Jahr auch auf das, was einer Prüfung vorausgeht – die Vorbereitung des Pferdes auf dem Abreiteplatz.

Der XENOPHON-Sonderehrenpreis ging in diesem Jahr an zwei Reiter, die durch besonders pferdegerechtes und gefühlvolles Abreiten überzeugten. Mit dieser Auszeichnung würdigt XENOPHON e.V. einen harmonischen und partnerschaftlichen Umgang mit dem Pferd. Entscheidend ist dabei nicht die spätere Platzierung, sondern die Art und Weise, wie ein Pferd auf seine sportliche Aufgabe vorbereitet wird.

Im Mittelpunkt stehen ein sinnvoll aufgebautes Arbeitsprogramm entsprechend der Skala der Ausbildung, eine feine und gefühlvolle Hilfengebung sowie ein faires und vertrauensvolles Miteinander von Pferd und Reiter.

Der Abreiteplatz als Blick hinter die Kulissen

Bei der Auswahl der Preisträger wurde XENOPHON e.V. von den Luxemburger Landestrainern Markus Wenz (Springreiten) und Sascha Schulz (Dressurreiten) unterstützt. Gemeinsam beobachteten sie die Reiterinnen und Reiter auf dem Abreiteplatz.

Dabei standen grundlegende Fragen im Mittelpunkt: Wie wird die Arbeit aufgebaut? Werden ausreichend Pausen eingelegt? Gelingt es dem Reiter, sein Pferd mit Ruhe, Gefühl und feinen Hilfen auf die bevorstehende Aufgabe vorzubereiten?

Der Abreiteplatz wird damit zu einem wichtigen Spiegel der Ausbildung und des Umgangs mit dem Pferd.

Julie Thull überzeugt im Springreiten

Im Springreiten ging der XENOPHON-Sonderehrenpreis an Julie Thull. Sie bereitete ihre Stute „Kansai du Gibet“ besonders sorgfältig auf die Prüfung vor und gab ihr dabei immer wieder ausreichend Zeit zur Erholung.

Besonders positiv fielen ihre harmonische Reitweise und die einfühlsame Hilfengebung auf. Die gesamte Vorbereitung wirkte ruhig, durchdacht und auf die Bedürfnisse ihrer Stute abgestimmt.

Damit zeigte Julie Thull beispielhaft, dass eine gute Prüfung nicht erst mit dem Einreiten in den Parcours beginnt, sondern bereits auf dem Abreiteplatz.

Téo Rouyr für feines Reiten ausgezeichnet

Im Dressurreiten wurde Téo Rouyr mit dem XENOPHON-Sonderehrenpreis ausgezeichnet. Er stellte bei den Landesmeisterschaften gleich zwei Pferde vor: „Chester Noble M“ und „D’Ultimo M“.

Bei beiden Pferden überzeugte er durch eine sorgfältige und individuell abgestimmte Vorbereitung. Rouyr baute sein Arbeitsprogramm mit viel Bedacht auf und berücksichtigte dabei die jeweiligen Bedürfnisse seiner Pferde.

Besonders hervorzuheben waren seine feine Hilfengebung sowie die ruhige, konzentrierte und selbstverständliche Art, mit seinen Pferden zu arbeiten.

Er fiel dabei – im besten Sinne – durch nichts anderes auf als durch gutes Reiten.

Und genau das ist der Gedanke, den XENOPHON mit seinem Sonderehrenpreis vermitteln möchte.

Pferd und Reiter als Partner

Überreicht wurden die Auszeichnungen im Spring- und Dressurreiten von Daniela Noesen, geschäftsführendes Vorstandsmitglied von XENOPHON e.V., und Wolfgang Kutting, Vorsitzender des Aufsichtsrats von XENOPHON e.V.

Mit dem XENOPHON-Sonderehrenpreis möchte die Gesellschaft für Erhalt und Förderung der klassischen Reitkultur bewusst positive Beispiele hervorheben und sichtbar machen, wie pferdegerechter Sport gelebt werden kann.

Denn gerade auf dem Abreiteplatz zeigt sich die Beziehung zwischen Pferd und Reiter besonders unmittelbar. Hier geht es nicht allein um Technik und sportliche Leistung, sondern ebenso um Vertrauen, Gefühl und gegenseitigen Respekt.

Erfreulich ist, wie viele Reiterinnen und Reiter in Luxemburg ihre Leidenschaft für den Pferdesport mit einem verantwortungsvollen Umgang mit ihrem Partner Pferd verbinden. Bei allem sportlichen Ehrgeiz bleibt eines entscheidend: die Verantwortung für das Pferd, das den sportlichen Weg gemeinsam mit seinem Reiter geht.

„Richtig Reiten reicht.“

Dieser bekannte Satz des Reitmeisters Paul Stecken bringt die Philosophie von XENOPHON auf den Punkt.

(DN)