Mitglieder zu den Geschehnissen in Aachen

Harald Rasche, BochumHarald Rasche, Bochum & Toppenstedt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

(..) was sich in der Dressur auch derzeit wieder abspielt ist eigentlich unvorstellbar: Benutzt, ausgenutzt und mit ein paar schönen Worten weggestellt. Von Partnerschaft und Horsemanship weit und breit nichts zu sehen. Ja, und dann sind auch noch alle Experten und Verantwortlichen  im Tanz um das goldene Kalb blind, denn sie haben ja alles nur von weitem oder auf dem Monitor gesehen. Geht´s eigentlich noch unglaubwürdiger? Jedem erfahrenen und qualifizierten Richter müsste eigentlich auffallen, dass die exaltierten Bewegungsabläufe der holländischen Pferde nichts mit einer soliden Gymnastizierung des Pferdes zu tun haben und schon von daher ist überhaupt eine Bewertung obsolet. Warum traut sich wohl niemand, das einmal auszusprechen? Betrachten Sie nur einmal den Anzug der Kandare bis zum Anschlag auf 90 Grad und das sogar im Halten bei der Grußaufstellung. Aber wen interessiert das schon noch ? Das Rückwärtsrichten bei vielen Grand-Prix-Pferden eine absolute Katastrophe.- Was wäre wohl, wenn erst die Schaukel wieder eingeführt würde und ein Gehorsamssprung?

Überhaupt gefällt mir nicht, wie junge Pferde heute anlongiert und angeritten werden. Alles geht über das Tempo und ein gelassener Arbeitstrab ist schon fast unbekannt, weil das Vorwärtsreiten mit Schwung missverstanden wird, wie das berühmt berüchtigte „Treiben“.  Aussetzen der „Hilfen“ ist bei uns in Deutschland eine geradezu exotische und überflüssige sowie nicht beachtenswerte Vokabel und die Pause als Belohnung und zur Besinnung ist ebenso überflüssig, wie das Loben selbst und die Beendigung einer Lerneinheit. Übergänge, das wichtige Halten, und das Aufhören können sind heute keine Meilensteine der soliden Ausbildung mehr. Ingrid Klimke ist da wirklich ein weißer Rabe und Experimente können sich die Vielseitigkeitsreiter sowieso nicht erlauben, denn dafür ist diese Sportart mit dem Pferd zu anspruchsvoll. Der heutige Dressurzirkus ist nicht dazu angetan in Begeisterung auszubrechen und wenn die Verantwortlichen hier nicht bald den Mut aufbringen, nachhaltig eine Wende einzuleiten, wird sich das meiner Ansicht nach bitter rächen. Das soll´s für heute erst einmal sein mit Dank für Ihr Engagement in der Sache.

Mit freundlichen Grüßen
Harald Rasche
aus Bochum und Toppenstedt

Xenophon e.V. wünscht seinen Mitgliedern, Begleitern und Freunden
einen guten Start in 2020!

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