Xenophon-Lehrgang mit Springtrainer und Parcoursbauer Georg-Christoph Bödicker

Die Anlage des Reit- und Fahrvereins Oberursel-Bommersheim war einmal mehr Gastgeber für ein Xenophon-Seminar mit Theorie- und Praxisteil. Im Mittelpunkt stand diesmal das Springen. Referent war Georg-Christoph Bödicker, internationaler Parcourschef, renommierter Ausbilder und Buchautor
zum Thema. Er bekam es mit 38 wissbegierigen Teilnehmern unterschiedlichsten Leistungsniveaus zu tun. Wobei zwölf davon später auch selbst in den Sattel stiegen.

Die erste Hälfte des Tages gehörte der Theorie. Bödicker gelang es sehr anschaulich, seinen Zuhörern zu vermitteln, worauf es ihm ankommt. Dafür scheute er sich auch nicht, in den Vierfüßlerstand zu gehen und vorzumachen, was er meint. Eine der Teilnehmerinnen, Anne Burk, sagte hinterher: „Er hat uns so demonstriert, was denn im Pferd überhaupt passiert. Ich fand das sehr anschaulich.“

Boedicker_E_GruppeAnne Burk gehörte zu denjenigen Seminarteilnehmern, die später auch selbst in den Sattel gestiegen sind. Sie reitet Dressur bis zur Klasse M** und ist früher auch turniermäßig erfolgreich gesprungen und
Vielseitigkeit geritten. Allerdings stieß; sie da immer wieder auf ein Problem: „Wenn es mal dicht wurde, habe ich angefangen zu halten. Aber dann ging gar nichts mehr.“ Georg-Christoph Bödicker erklärte, dass es schon richtig sei, das Pferd aufzunehmen, wenn man sieht, dass man zu dicht an das Hindernis kommt. Allerdings darf dies keinesfalls mit der Hand passieren, sondern die Pferde müssen am Sitz zurückkommen. Zieht man einfach vorne, macht man damit die Galoppade kaputt und stört somit auch den Sprungablauf. Bei niedrigeren Hindernissen kann das Pferd sich dann wahrscheinlich noch helfen. Aber sobald es sich richtig vom Boden abdrücken muss, um den Sprung zu überwinden, wird das schwierig, wenn der Galopp vorher nicht in Ordnung war.

Bödicker bringt seinen Schülern stattdessen bei, die Länge der Galoppsprünge mithilfe des Sitzes zu kontrollieren – Aufrichten bedeutet: Kürzer werden! Deutlich leichter Sitz heißt: Galoppsprünge verlängern! Anne Burk berichtet begeistert: „Ich habe gelernt, über den Sitz den Rhythmus zu halten. Mein großes Problem hat sich plötzlich in Luft aufgelöst. Nach dem Lehrgang habe ich mir im Training immer wieder Bödickers Worte ins Gedächtnis gerufen, und es hat geklappt! Sogar gebisslos und nur mit Knotenhalfter gab es überhaupt keine Schwierigkeiten mehr.“

Voraussetzung fürs Gelingen ist allerdings, dass die Pferde eine gute dressurmäßige Grundausbildung haben und reell von hinten nach vorne an die Hand „heranziehen“. Denn nur dann hat man das Pferd an den treibenden Hilfen und kann mit dem Sitz genügend einwirken. Da schließt sich der Kreis der
klassischen Reitlehre wieder.

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